Wasserstoff als Wettbewerber für die Wärmewende: das sagen die Experten bei der Podiumsdiskussion

19. März 2024

Zukunft Gasheizung – Auslaufmodell oder klimafreundliche Option –  zu diesem Thema hatte FÜR Karlsruhe am 7. März 2024 in die Badnerlandhalle eingeladen. Zur Podiumsdiskussion waren die Fachexperten Prof. Dr. Karsten Pinkwart, u.a. Mitglied im Nationalen Wasserstoffrat der Bundesregierung sowie im Beirat der Wasserstoff-Roadmap in Baden Württemberg, Wolfgang Köppel, Gruppenleiter Systeme und Netze der DVGW-Forschungsstelle am Engler-Bunte-Institut des KIT sowie Andreas Schick, Geschäftsführer des Gasnetzbetreibers NetzeSüdwest eingeladen.

Vor dem Hintergrund des durch die Bundesregierung u.a. im Gebäudeenergiegesetz ausgerufenen spätesten Abschaltzeitpunkt für Gasheizungen im Jahr 2045, informierten die Fachexperten in hochinteressanten Fachbeiträgen über die alternative Option klimaneutralen Wasserstoffs. Mit Blick auf zahlreiche Studien und Forschungsergebnisse wurde eindrücklich dargestellt, das Wasserstoff keineswegs der „Champagner der Energiewende“ ist, sondern durchaus das Potenzial hat , im Rahmen einer technologieoffenen Transformationsplanung der bestehenden Wärmeinfrastrukturen, nicht nur im Bereich der Industrie- und Gewerbebetriebe, sondern auch in der dezentralen Gebäudeheizung eine Rolle spielen kann. Dies immer vor dem Hintergrund, dass im Rahmen einer integrierten Wärmeplanung mit einem technologieoffenen Ansatz, jeweils die optimale Lösung aus Fern- oder Nahwärme, Wärmepumpen oder eben auch Wasserstoffnetzausbaugebiete gesucht und gefunden wird.

Markus Schneider bei der Begrüßung

Sowohl in Bezug auf das Wasserstoffdargebot als auch auf den Endkundenpreis, sehen die Experten den grünen Wasserstoff ab Mitte der 2030er Jahre als konkurrenzfähig gegenüber Stromheizungen. Dies resultiert im Wesentlichen daraus, dass u.a. über das geplante Kernnetz für einen europäischen Wasserstoffbackbone der Zugang zu internationale Märkten erfolgt, die aufgrund deutlich besserer Konditionen für die Erzeugung erneuerbarer Energien günstigen Wasserstoff aus Überschussenergie erzeugen und leitungsgebunden oder per Schiffstransport nach Deutschland exportieren können. Da im Gegensatz zum Ausbau des Stromübertragungs- und Verteilnetzes wo über 700 Mrd. € investiert werden müssen, bei der Transformation der Erdgasnetze auf Wasserstoff  vorhandene Infrastrukturen genutzt werden können, wirkt sich das auf deutlich geringere Transportkosten, sogenannte Netznutzungsentgelte, aus.

Moderator Dr.-Ing. Roland Trauth, Prof. Dr. Karsten Pinkwart, Wolfgang Köppel, Andreas Schick und Moderator Micha Schlittenhardt (v.l.n.r.)

Auch in Bezug auf die Sicherheit in der Kundenanlage in den Gebäuden konnten die Experten die Fragen und Bedenken einzelner Teilnehmer zerstreuen, die Wasserstoff bisher nur aus der Knallgasprobe im Chemieunterricht kennengelernt hatten. Aufgrund der hohen Flüchtigkeit des kleinsten Moleküls im Periodensystem, würde es bei einer Leitungsundichtigkeit nicht zu einer Ansammlung eines zündfähigen Gemischs im Kellerraum kommen. Die Verteilnetze der Gasnetzbetreiber sind laut Untersuchungen des DVGW zu meist über 90% bereits heute H2-Ready. Erdgasheizungen könnten, sofern es sich um Brennwertkessel neuerer Bauart handelt, mit einem einfachen Umrüst-Kit auf Wasserstoff umgestellt werden bzw. könnten mit vergleichsweisen geringen Investitionen von unter 10.000 € auf neue, wasserstofftaugliche Brennwertgeräte umgestellt werden.

Auf die bisher fehlende Ausweisung von Wasserstoffnetzausbaugebieten im Energie-/Wärmeleitplan der Stadt Karlsruhe angesprochen, bedauerten die Experten, dass man sich damit eine große Chance zur Nutzung der bestehenden Infrastruktur und der Erreichung der Ziele der Klimaneutralität bis zum Jahr 2040 vergeben könnte. Auf die Frage, ob das Karlsruhe Erdgasnetz für eine Umstellung auf Wasserstoff nutzbar wäre, antworteten die Experten mit einem klaren JA.

Der Vortrag wurde aufgezeichnet und wird in Kürze zusammen mit den noch offenen Fragen aus dem Publikum veröffentlicht werden.

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