Die Fraktionsgemeinschaft Freie Wähler und FÜR Karlsruhe setzt die Energieversorgung der Stadt auf die Tagesordnung des Gemeinderats. Obwohl die deutsche Stromversorgung als sicher und das Stromnetz als eines der besten Europas gilt, steigt das Risiko für zeitweilige Stromausfälle. Zurückführen lässt sich das auf den rasanten Anstieg des Energiebedarfs:

Nicht erst seit der Coronakrise, in der viele Menschen ins Homeoffice gewechselt sind, steigt der Stromverbrauch. Mit der Energiewende und der Digitalisierung besteht das Risiko einer Überlastung des Stromnetzes: „Wenn die ganze Stadt den Laptop aufklappt, den Fernseher einschaltet und den Akku des E-Autos auflädt, kann dies zu neuen Spitzenlasten führen. Gleichzeitig werden die Kohlekraftwerke abgeschaltet und wir streben nach immer mehr Strom aus regenerativen Quellen – das ist gut und wir begrüßen das. Aber können wir unseren Mitbürgerinnen und Mitbürgern versichern, dass sie Strom bekommen, wenn sie ihn brauchen?“, fragt Stadtrat Friedemann Kalmbach.

Aber woher kommt der Strom, wenn neue Spitzenlasten erreicht werden und der Wind nicht weht? Wie hoch wird der Anteil der Energie aus dem europäischen Stromnetz sein, wie beispielsweise der Atomstrom aus Frankreich? Kann auf lange Sicht der Strombedarf gedeckt werden mit den guten, ehrgeizigen Klimaschutzplänen, die wir uns gegeben haben? Wenn plötzlich Strom von nicht-regenerativen Kraftwerken aus dem Ausland bezogen wird, ist für das Umweltschutz-Ziel auch nichts gewonnen, heißt es aus der Fraktion.

Die Anfrage der unabhängigen Fraktion soll Aufklärung bringen. Stadträtin Petra Lorenz ermahnt: „Um die offenen Fragen klären zu können, ist es wichtig, dass die Zahlen und Fakten auf den Tisch kommen! Wir wollen wissen, ob und wie oft es zu Stromunterbrechungen kommt, wer davon betroffen ist und ob wir im Stande sind neue Spitzenlasten zu stemmen. Ein erster Schritt ist durch diese Anfrage getan.“

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