Die Wählervereinigung FÜR Karlsruhe stellt sich hinter den Änderungsantrag ihrer Gemeinderatsgruppierung zur kommenden Sitzung am 27. Januar. Angesichts der mittlerweile vorliegenden Kostenprognosen für die Südumfahrung Hagsfeld plädiert die Wählervereinigung dafür, ideologische Gräben zu überwinden und aus Gründen der bürgerlichen Vernunft zur Brückenlösung zurückzukehren.
Verantwortung für den städtischen Haushalt
„Wir haben uns als Wählervereinigung gegründet, um sachorientierte Politik für Karlsruhe zu machen. Wenn sich die Kosten für ein Projekt wie die Troglösung auf über 132 Millionen Euro verdoppeln, dann gebietet es die Verantwortung gegenüber dem Steuerzahler, innezuhalten“, erklärt die Wählervereinigung. Aus Sicht des Vereins ist es der Stadtgesellschaft kaum vermittelbar, in Zeiten von Sparzwängen bei Schulen, Vereinen und Kultur einen enormen Ästhetik-Aufschlag für eine Trogbauweise zu zahlen, wenn eine funktional gleichwertige Lösung verfügbar ist.
Wirtschaftlichkeit als Gebot der Stunde
Auch wenn für eine aktuelle Brückenplanung noch keine scharfen Kalkulationen vorliegen, so sprechen alle marktüblichen Indikatoren für diese Bauweise. Sowohl Erfahrungen aus vergleichbaren Infrastrukturprojekten als auch die ursprünglichen Einschätzungen der Verwaltung legen nahe, dass eine aufgeständerte Lösung (Brücke) Investitionsmittel in erheblicher Höhe einsparen könnte. Die Wählervereinigung weist zudem darauf hin, dass Fördermittel des Landes üblicherweise an die Wirtschaftlichkeit gekoppelt sind. Es ist daher davon auszugehen, dass die Stadt Karlsruhe die Mehrkosten des Trogs gegenüber einer Brücke weitgehend allein tragen müsste. „Wir laufen Gefahr, sehenden Auges in eine Finanzierungsfalle zu tappen“, warnt die Wählervereinigung.

Generationengerechtigkeit: Die Gefahr der Folgekosten
Besonders kritisch bewertet FÜR Karlsruhe die langfristigen Lasten. Ein Trogbauwerk im Grundwasser (Kinzig-Murg-Rinne) ist ein dauerhafter Kostenfaktor. „Wir müssen nicht nur an den Bau denken, sondern an die nächsten 30 bis 50 Jahre. Wir sprechen hier von Betriebskosten für Pumpen und Technik, die sich bei der Trogvariante auf fast 4 Millionen Euro jährlich summieren sollen“, heißt es aus der Wählergemeinschaft. „Bei einer Brückenlösung dürfen wir von einem Bruchteil dieser laufenden Kosten ausgehen. Dieses Geld, das wir hier Jahr für Jahr sprichwörtlich abpumpen müssten, fehlt künftigen Generationen für die Gestaltung unserer Stadt.“

Politik wird oft nur bis zur nächsten Wahl gedacht. Wir rechnen bis 2056. Hier sehen Sie, wie die Kosten durch den teuren Betrieb des Trogs (rot) im Vergleich zur Brücke (grün) explodieren
Ökologie und Machbarkeit
Auch ökologisch hält die Wählervereinigung die Brücke für die ehrlichere Lösung. Sie vermeidet den massiven Eingriff in die Grundwasserströme und ist im Betrieb deutlich energieeffizienter. Zudem entkoppelt eine Brücke das Projekt weitgehend von den Unwägbarkeiten der Bahn-Sanierung. „Wer eine schnelle und sichere Entlastung für Hagsfeld will, sollte auf die baulich risikoärmere Variante setzen“, so die Position des Vereins.
Die Wählervereinigung FÜR Karlsruhe bittet die Bürgerinnen und Bürger sowie die Mitglieder des Gemeinderats, den Antrag auf Planungsänderung nicht als Rückschritt, sondern als notwendige Korrektur zu verstehen. Es geht nicht um „Trog gegen Brücke“, sondern um Machbarkeit.


